…2019
Das Stichwort lautet Paradigmenwechsel. Deshäufigeren habe ich mich schon gefragt, was wohl in 10 Jahren sein wird. Vor allem wie die Medienlandschaft 2019 aussehen wird. Daher habe ich mich einfach mal dazu entschlossen, meine ganz persönliche Meinung zu ein paar Fragen kundzutun und damit vielleicht zur Diskussion anzuregen.
Wird es noch gedruckte Zeitungen geben?
Ich persönlich denke: eher nicht. Was zunächst mal wie eine ausweichende Antwort klingen mag, hat in meinen Augen durchaus eine Daseinsberechtigung. Ich denke, dass die Zeitungsbranche sich deutlich ausdünnen wird. Große Zeitungen werden überleben, aber unter Umständen ihre Erscheinungsstrategie anpassen. Schon jetzt gibt es in den USA Zeitungen, die nur am Wochenende in gedruckter Form erscheinen und ansonsten rein elektronisch. Das scheint in meinen Augen die Zukunft zu sein. Auch vor dem Hintergrund, dass der Leser bzw. ganz allgemein der Rezipient dazu tendiert, seine Informationen vorzufiltern. Vielleicht gibt es dann auch schon die ersten Print-On-Demand-Tagespublikationen. Sicherlich ein interessanter Aspekt. Aber in meinen Augen müssen wir uns von der Tageszeitung wie wir sie heute kennen über kurz oder lang verabschieden.
Und Zeitschriften?
Ja. Da Zeitschriften ja andere Lesegewohnheiten bedienen und andere Erscheinungszyklen haben, werden diese auch auf längere Sicht noch existieren können. Ob aber die Vielfalt an Zeitschriften bestehen bleibt (Laura, Lisa, Gerlinde, Roswitha, Sabine, Sandra und wie sie alle heißen mal als Beispiel genommen) wage ich zu bezweifeln, glaube aber nicht, dass der Verlust so irrsinnig groß sein wird. Ich würde wetten, das die Redundanz der Artikel in diesen Publikationen ganz erstaunlich ist, wenn sich mal jemand die Mühe machen würde, das zu vergleichen. Also lautet mein Fazit für Zeitschriften: Qualität statt Quantität.
Wie sieht es denn mit dem Radio aus?
Aus bestimmten Lebensbereichen – Auto fahren, Spülen, Bügeln usw. – ist das Radio nicht wegzudenken. Ob es allerdings immer noch über die gleichen Techniken übertragen wird wie heute, oder ob es nicht vielmehr übers Netz gestreamt wird, bleibt abzuwarten. In seiner heutigen Form würde das Internet eine solche flächendeckende Belastung vermutlich nicht aushalten. Man bedenke nur den Bandbreitenzuwachs, der entstehen würde, wenn alle terrestrischen Radiosender nur noch über das Internet empfangbar wären und die Hörer auch alle diese Möglichkeit nutzen würden. Oha. Auch hier bleibt die Frage ob neue technische Möglichkeiten nicht auch neue Möglichkeiten in der Individualisierung des Programms mit sich bringen.
Dann gibt es ja noch das Fernsehen…
Hier ist die Frage tatsächlich am interessantesten. Wie lange wird der Zuschauer die intellektuelle und optische Beleidigung auf breiter Front noch tolerieren? Oder wird es gar noch schlimmer? Für wie dumm lassen wir uns verkaufen? Meine stille Hoffnung ist es auch hier, dass der Umschwung von Quantität zu Qualität passiert. Wegen mir können auch 5 oder 6 TV-Sender dran glauben und den Sendebetrieb einstellen – es gibt dramatischere Verluste. Ich habe nichts gegen qualitativ hochwertige Produktionen, seien es Serien, TV-Filme, Kinofilme, Reportagen oder Talkshows. Sie müssen einfach gut sein. Ich habe keine Lust, mich mit billig produziertem und vor allem billig anmutenden Schrott bespielen zu lassen. Ich bin sogar bereit, für hochwertige und wertvolle Inhalte zu bezahlen. Ich zahle GEZ. Auch wenn ich das System als solches für überholt und alles andere als zeitgemäß halte, aber das ist eine andere Diskussion. Eine Kulturflatrate fände ich tatsächlich sehr angenehm.
Was wird also passieren?
Die Medienlandschaft wird sich verändern. Soviel ist klar. Medien sterben, Medien entstehen neu. Neue Verbreitungskanäle werden erschlossen, vor allem diejenigen, die dem Nutzer ein individuelles Zusammenstellen seines Medienportfolios eröffnen. Neue technische Möglichkeiten machen Dinge möglich, von denen wir vor ein paar Jahren noch geträumt haben. Dafür bleiben andere Medien und Kanäle auf der Strecke. Aber was solls? Wer nicht mit der Zeit gehen möchte, bleibt nunmal irgendwann auf der Strecke. Schlieslich hat es auch gute und nachvollziehbare Gründe, dass es heute keine Stummfilme mehr gibt. Vermisst sie jemand? Außer vor dem Hintergrund, dass uns so vielleicht Till Schweigers Organ erspart geblieben wäre?
Man darf also gespannt sein. Auch wenn ich hier sicherlich keine neuen Erkenntnisse produziert habe, war mir diese kleine Einblick in meine persönliche Meinung doch wichtig. Auch hier freue ich mich über Meinungen und Diskussionen in den Kommentaren.


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