…freiheit 2.0
Nach einer etwas längeren Blogpause habe ich heute tatsächlich mal wieder die Zeit und Muße, mich hier zu verewigen.
Lange habe ich überlegt, welches Thema ich behandeln könnte und wie es so passiert, flattert einem das Thema einfach so ins Haus.
Freiheit.
Anlass zu diesem Oberthema geben die jüngsten Ereignisse, die sich mit den neuesten Zensurversuchen unserer hochgeschätzten Regierung befassen. Ich habe ein wenig dazu in anderen Blogs gelesen und unter anderem auch beim Spiegelfechter, der für mich immer wieder aufs Neue der Prüfstein für brisante Thematiken ist. Und auch diesmal muss ich ihm zustimmen, wenn ich hier folgendes Zitat lese:
Wer Kinderpornografie bekämpfen will, muss effektiv gegen die Produzenten vorgehen. Das hat die Bundesregierung seit Jahren versäumt und daran ändert sich auch mit den jetzt beschlossenen Eckpunkten nichts. Die meisten Experten halten die vorgeschlagenen Maßnahmen für wirkungslos. Sie sind selbst für technische Laien leicht zu umgehen.
Ein derart nutzloses Instrument dürfte aber schon bald zu weiteren Debatten über schärfere Maßnahmen zur Internetüberwachung führen. Statt Kinderpornografie wirksam zu bekämpfen wird das Gesetz eher als Einfallstor für die nationale Zensur des Internets dienen.”
Jörn Wunderlich, familienpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE
Auch wenn ich mich sonst eher weniger mit den Linken als Partei und Meinungsbildner identifiziere, steckt in dieser Aussage doch so einiges Wahres.
Hier passiert nämlich genau das, was mir an der Politik unseres Staates immer wieder aufs Neue aufs Widerlichste aufstößt:
Blinder und dämlicher Aktionismus!
Wie so häufig werden hier Aktionen geplant und durchgeführt. Kinderpornographie erfordert Internetkontrollen, die zu nichts führen, sondern vielmehr ein erster Schritt in Richtung Internetzensur sind – Schäuble reibt sich vermutlich schon die Hände. Natürlich werden die Produzenten weder verfolgt noch werden dahingehende Anstrengungen unternommen, sondern vielmehr wird die Verbreitung vermeintlich unterbrochen.
Das würde ja mal etwas zynisch weitergedacht auch bedeuten, dass ein Verbot, über Autounfälle und Verkehrstote zu berichten, zu einem signifikanten Absinken der Sterberate im Straßenverkehr führen würde. Ist ja klar: der oben angeführten und von den Ministerien angeführten Logik zufolge, ist das Versiegenlassen der Verbreitungskanäle ja der effektivste Weg, das eigentliche Übel zu bekämpfen. Vielleicht sollte man die Tagesschau verbieten?
Amokläufe erfordern natürlich ein Verbot von Killerspielen. Auch hier eine ähnliche Logik. Anstatt dafür Sorge zu tragen, dass zum einen die Eltern sich angemessen um ihre Kinder kümmern und auch vielleicht, dass Schüler in der Schule von kompetenten Lehr- und Sozialkräften aufgefangen werden, wenn es notwendig ist, wird lieber dafür gesorgt, dass ein Dorn im Auge entfernt wird. Und warum eigentlich nur die sogenannten Killerspiele? Was ist mit Gewalt im Fernsehen? Was ist überhaupt mit anderen Spielen, die die Reaktionsfähigkeit und die Hand-Auge-Koordination verbessern (denn darum geht es ja im Wesentlichen bei Killerspielen)? Nebenbei läuft bei mir gerade übrigens “Gangs of New York” und ich glaube nicht, dass diese Darstellung von absolut roher menschlicher Gewalt einen weniger prägenden oder bleibenden Eindruck hinterlässt als eine Runde Counterstrike.
Bekanntermaßen definiert sich der geistige Horizont ja aus dem Abstand zwischen dem Auge und dem davor angebrachten Brett und ich frage mich, wer unsere Politiker in Sachen Medien berät. Minister offenbaren reihenweise ihre totale mediale Inkompetenz, halten beispielsweise World of Warcraft für einen Egoshooter und Emails vermutlich für Hexenwerk.
Warum lassen wir es zu, dass jemand, der offenbar absolut nicht über den notwendigen Kenntnisstand verfügt, Entscheidungen von nationaler Bedeutung trifft? Schliesslich gibt es ja auch nicht alle vier Jahre Wahlen zum Bezirksklempner, wo nicht etwa Kompetenz sondern eine geschickte Inszenierung über das Maß der verstopften Toiletten für die kommenden Jahre entscheidet? Warum ist ausgerechnet so ein wichtiges Feld wie die Politik und die Führung eines Staates offensichtlich der einzige Beruf, für den es keine adäquate Ausbildung und keinerlei Zulassungsregularien gibt? Und das in einem Staat, der so verwaltungswütig ist wie kaum ein zweiter? Wo es – frei nach Volker Pispers – geregelt ist, was es zu tun gilt, um einen Stock mit einer Schnur in ein stehendes Gewässer halten zu dürfen?
Hier erläutern wir einige Hinweise und Vorgehensweisen wie Sie ihren Angelschein machen können. Wenn man von Angelschein spricht, denn ist dieses genau genommen eigentlich falsch, denn einen „Angelschein“ gibt es offiziell gar nicht. Wer Angel möchte benötigt einen Fischereischein, der meistens jedoch umgangssprachlich als Angelschein bezeichnet wird.
Zusätzlich ist eine bestandene Fischerprüfung (Angelprüfung) notwendig, erst dann kann man einen Angelschein ausgestellt bekommen. Nachdem diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind benötigt man für legales Angeln auch noch einen Gewässerschein. Der Gewässerschein wird manchmal auch als Fischereierlaubnisschein bezeichnet, denn er schafft die grundlegende Voraussetzung um in einem bestimmten konkreten Gewässer angeln zu dürfen.
Die genannten Scheine müssen und können nur in der hier gezeigten Reihenfolge erworben werden. Ohne bestandene Fischerprüfung erhält man keinen Fischereischein. Und ohne Fischereischein erhält man keinen Gewässerschein. Ohne Gewässerschein darf man nicht angeln. Alles hängt also voneinander ab. Aber Sie sollten jetzt nicht in Panik verfallen, denn so kompliziert wie es sich liest ist das ganze in der Praxis nämlich gar nicht. Es gibt lediglich einige Dinge die Sie wissen und die Sie berücksichtigen sollten.
In Deutschland ist das Fischereirecht Sache des jeweiligen Bundeslandes. Dies bedeutet, dass der Gewässerschein bzw. Fischereierlaubnisschein von den Behörden des jeweiligen Landes ausgestellt wird (sofern das Gewässer dem Bundesland gehört, was in den meisten Fällen der Fall ist). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es keinen Schein gibt um in ganz Deutschland angeln zu dürfen. Es gibt lediglich immer nur einen Schein für das jeweilige Bundesland. Jedes Bundesland hat auch seine individuellen eigenen Gesetze was die Fischerei und das Angeln anbelangt.
(Quelle)
Das obenstehende Zitat beschreibt im Übrigen nur den ersten Teil des Angelschein-Machens. Wer auf die Quelle klickt, wird auch den zweiten Teil und drei Seiten über die Prüfungen vorfinden.
Was also tun?
Aufklärung betreiben. Darüber reden. Einfluss nehmen soweit möglich. Engagement zeigen. In die Politik gehen. Es muss nicht viel sein. Es muss nur darüber geredet werden.
Letztendlich geht es doch nur darum, dass uns als mündigen Bürgern nicht peu a peu das genommen wird, was allgemein als eins der höchsten Güter angesehen wird. Unsere Freiheit. Grundrechte, informationelle Selbstbestimmung und vor allem Mündigkeit und Kompetenz im Umgang mit Medien ist etwas, das ich mir für mich und meine Nachfolgegeneration wünsche und nicht einem immer weiter um sich greifenden Überwachungs- und Kontrollstaat in den Rachen werfen würde, um ein oberflächlich gutes Gefühl zu erzeugen. Denn wenn man hinter die Kulisse blickt, merkt man, dass dieses vordergründig gute Gefühl teuer erkauft werden muss.
Ergänzung:
Natürlich geht es mir mit den oben gezogenen Vergleichen nicht um eine Verharmlosung der Problematik. Natürlich geht es primär um den Schutz der Kinder. Nichts ist widerwärtiger und verabscheuungswürdiger als Kinderpornographie. Es geht nur darum, dass hier meines Erachtens – und damit bin ich nicht alleine – falsche Maßnahmen getroffen werden. Man sollte das Übel an seiner Wurzel bekämpfen. Daher auch die Formulierung “blinder Aktionismus”. Ich für meinen Teil vermisse in manchen politischen Entscheidungen die Kompetenz, die notwendig wäre, diese Maßnahmen zu treffen. Wie kommt es sonst, dass durch die Bank von Computerexperten die beschlossenen Maßnahmen als wenig effektiv bezeichnet werden?
Beruhend auf diesen Erkenntnissen, kam dann im Gespräch mit Jan Schneider die Idee auf, ob ein laienpolitischer Think-Tank nicht unter Umständen eine interessante Diskussion und im Kleinen auch etwas Sinnvolles bewegen kann. Um die Möglichkeiten eines solchen Netzwerkes auszuloten, haben wir uns zur Gründung eines mixxt-Netzwerkes entschlossen. Wer interessiert ist, sollte also einen Beitritt und einen Beitrag erwägen. Wir würden uns freuen.

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