…kommunikation
Mal von der Warte eines angehenden Mediendesigners aus betrachtet und auch noch mit der Nachwirkung meines ersten Barcamps…was ist es eigentlich, dass uns als professionelle Gestalter einzigartig macht? Was bringt unsere Auftraggeber und Arbeitgeber dazu, zu sagen Jawohl, den wollen wir haben.
Erschwerend hat sich in diese Reihe auch noch ein Gespräch mit meiner Freundin eingereiht.
Dieses alles hat mich zu folgendem Ergebnis gebracht – das einzige Kapital, welches uns zur Verfügung steht und in meinen Augen das überhaupt wertvollste Gut in unserer heutigen Gesellschaftsstruktur ist die Kommunikation. Nicht nur die Kommunikation zwischen Menschen, sondern auch die Kommunikation zwischen Mensch und Ding, sei es eine Webseite, ein Buch, eine Zeitung oder Zeitschrift, ein Fernseh- oder Radioprogramm oder ein beliebiger anderer Kommunikationskanal.
Natürlich ist Fachwissen nach wie vor wichtig, keine Frage. Aber: Alle Hard Skills kann ich mir mit mehr oder weniger Mühe aneignen. Wissen in Layout- und Satzprogrammen, eine Programmiersprache oder vergleichbares lässt sich mit mehr oder weniger Aufwand (ich behaupte mal, dass die korrekte Anwendung eines deviantart-Pinsels weniger Fachwissen erfordert als eine AS3-Anwendung) erlernen und zunehmend besser anwenden.
Was wirklich entscheidend ist, ist das, was landläufig unter dem Begriff Soft Skills durch unsere Köpfe geistert. Also das, was den Menschen neben seiner Fachkompetenz ausmacht – jeder freut sich, wenn der Programmierer auch ohne Unterstützung seiner Vorderextrimitäten aufrecht gehen kann und nicht bei geschäftlichen Meetings von Fliegen umschwärmt wird oder Sätze gerne mit Naklarmann beginnt.
Und ich glaube, gute und richtige Kommunikation kann man nur sehr schwer lernen. Logischerweise ist es weniger ein Problem, sich gesellschaftlichen Konventionen zu beugen, das tun wir mehr oder weniger ja alle. Das wirklich schwierige und die ständige Herausforderung, gerade in unserer Branche, aber auch in jeder anderen Branche besteht in der Kundenansprache, der daraus folgenden Kundengewinnung und schliesslich der langfristigen Kundenbindung. Und dieser Vorgang erfordert ein gehöriges Maß an kommunikativem Feingefühl.
Deswegen neige ich mittlerweile auch dazu, zu sagen Ich mache was mit Kommunikation. Mit Medien kann jeder was machen, jeder kann Pixel schubsen und Vektoren durch die Gegend schieben, jeder kann eine hochwertige digitale Fotoausrüstung kaufen und mit ein wenig Zeit auch passable Fotos hinbekommen. Aber gute und ehrliche Kommunikation für sich selbst und für seine Kunden planen und durchführen, das ist eine der schwierigen Aufgaben, die der Neffe des Geschäftsführers meistens nur sehr unzulänglich lösen kann.
Und Kommunikation muss glaubwürdig sein. Natürlich schauen Personalchefs mittlerweile bei den einschlägig bekannten Social Networks nach, natürlich googlen sie unsere Namen. Aber was ist schlimm daran, wenn ich als Kommunikationsprofi ein Profil im StudiVZ oder bei Facebook habe, ein selbstgeschriebenes Weblog, einen Account bei Youtube oder einen Twitter-Account. Das zeigt doch nur, dass ich in der Lage bin, diese Technologien zu beherrschen – vorausgesetzt natürlich, diese Seiten zeichnen ein realistisches Bild von mir und beschränken mich nicht auf einige wenige Aspekte meiner Person. Aber das sollte zu bewerkstelligen sein. Unrealistischer erscheint es mir, wenn ein Bewerber um einen kommunikatiiven Posten oder einen Kommunikationsauftrag im sozialen Netz faktisch nicht stattfindet.
Also verbleibe ich an dieser Stelle mit einem Appell um mehr Kommunikation – ein Appell übrigens, den ich seit mittlerweile über 5 Semestern an meine Kommilitonen richte, zugegebenermaßen mit mäßigem Erfolg. Und das halte ich für den größtmöglichen Fehler, den ein angehender Medienschaffender machen kann.
Denn Kommunikation schafft mir nicht nur eine gewisse Glaubwürdigkeit und Reputation, sondern vor allem ein Netzwerk. Und wenn ich als Einzelperson in ein gut funktionierendes Netzwerk mit anderen “Gleichgesinnten” eingebunden bin, kann mir rein von der kommunikativen Seite her gesehen, nichts großartiges mehr passieren.
Also bleibt mir nur der Appell: kommuniziert, wo es geht. Meldet euch – vernünftige Imagepflege vorausgesetzt – in sozialen Netzwerken und Diensten an. Nutzt moderne Kommunikationsmittel. Lasst euch sehen. Geht auf Kongresse, Barcamps, pl0gbars, Webmontage und was euch sonst noch so einfällt.
Aber tut es vor allem erst mal.

Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen. Allerdings noch mit der Anmerkung und Erweiterung: Kommunikation ist für fast ALLE Branchen absolut kriegsentscheidend. Es gibt nur extrem wenig Branchen und Berufe, in denen man nicht mit anderen Menschen in Berührung egal welcher Art kommt. Und sobald man es auch nur ansatzweise mit menschlicher Interaktion zu tun hat, braucht man Kommunikationsfähigkeiten. Und da ist es auch vollkommen egal, wie brilliant der eigene Geist ist. Wenn man seine Ideen und Fähigkeiten nicht kommunizieren kann (manuell, verbal, wie auch immer), dann bekommt niemand mit, wie toll man ist.
Natürlich. Für jede Branche ist es mittlerweile von unglaublicher Wichtigkeit, auf allen gebotenen Kanälen glaubwürdig zu kommunizieren.
Denn für einen Großteil der Bevölkerung ist die Informationssuche vor einem persönlichen Kontakt mittlerweile üblich. Das bedeutet natürlich, dass vor einer synchronen Kommunikation durch ein Telefonat oder ein persönliches Gespräch zunächst einmal eine asynchrone Informationssuche im Internet bspw. stattfindet. Und wenn das Unternehmen hier nicht präsent ist oder nicht die gesuchten Informationen bieten kann, glaube ich, dass es bei einem nicht zu verachtenden Anteil der Leute unten durch ist.